Cottewitz

1Der kleine Ort ist laut dem digitalen historischen Ortsverzeichnis von Sachsen vom Siedlungstyp her ein Einzelgut mit Häusergruppe. 1540 bestand hier ein Vorwerk, ab 1696 ein Rittergut. 1583 gehört es zum Besitz derer von Pflugk, einem in unserem Bezirk hervorragenden Adelsgeschlecht. 1764 besteht die Bevölkerung aus 8 Häusern, in der Kirchenvisitation um 1840 hat das Dorf 7 Häuser mit 76 Einwohnern. Die Einwohnerzahl steigt bis auf 86 im Jahr 1871 und ist bis 2007 auf 39 Häupter gesunken, die Eingemeindung nach Zeithain erfolgte Ansprechpartner.


Mit Lorenzkirch, Zschepa und Kreinitz gehört der Ort zu den niedrigsten Punkten des Landes mit seiner Lage in den Elbauen und in der Nähe zum Strom. Und so ist die Elbe zu dem alles bestimmenden Faktor im Leben der Einwohner geworden. In oben genannter Kirchenvisitation ist zu lesen: „ … so überschüttet sie auch der Strom, wenn er des Eises Fesseln bricht, ja nicht selten, wenn der Schnitter die Sichel zur Erndte schärft, mit all seinen Fluthen und versenket es in ein Meer der Noth. Eben nur im Jahr 1841 wieder mussten die Bewohner der Cottewitzer Drescherhäuser vom Dache aus in das rettende Fahrzeug aufgenommen werden; das Wasser zum Trinken und zur Bereitung der Speisen wurde uns von der Herrschaft zu Kreynitz aus den Kellern des Schlosses, wo die trübe Fluth wenigstens nicht von oben eingedrungen war, in Tonnen auf Kähnen zu gesendet. Gewaltige Eisblockaden machen aber oft auch eine solche Kommunikation unmöglich. Welche Verwüstungen da in den Feldern, Gebäuden und Wirtschaften eintreten, und unter welchen Sorgen und Kraftanstrengungen alles, wo anders möglich, wieder herzustellen und zu überwinden ist, bedarf kaum gesagt zu werden. 1784, 1799, 1820 (wo in Großzschepa bei hoher Wasserfluth 5 Güter zugleich durch Feuer untergingen) und 1828 so wie die Sommerwasser 1815 und 1824, wo den Einwohnern hier die Erndte verdarb, waren Jahre der allergrößten Noth für diese Gegend. Nur die Gewöhnung und die Liebe zum väterlichen Boden, so wie die Erfahrung: Gott ist unsere Hülfe in der Noth und segnet wieder, macht die Bewohner zu überwinden stark, und die Beweise und Denkmale der helfenden Güte werden dankbar aufbewahrt.“ (Christ. Gotth. Hoyme, Pfarrer in Lorenzkirch 1824-1853) 

2 Ortseingang Lorenzkirchen

 Mit Lorenzkirch, Zschepa und Kreinitz gehört der Ort zu den niedrigsten Punkten des Landes mit seiner Lage in den Elbauen und in der Nähe zum Strom. Und so ist die Elbe zu dem alles bestimmenden Faktor im Leben der Einwohner geworden. In oben genannter Kirchenvisitation ist zu lesen: „ … so überschüttet sie auch der Strom, wenn er des Eises Fesseln bricht, ja nicht selten, wenn der Schnitter die Sichel zur Ernte schärft, mit all seinen Fluthen und versenket es in ein Meer der Noth. Eben nur im Jahr 1841 wieder mussten die Bewohner der Cottewitzer Drescherhäuser vom Dache aus in das rettende Fahrzeug aufgenommen werden; das Wasser zum Trinken und zur Bereitung der Speisen wurde uns von der Herrschaft zu Kreynitz aus den Kellern des Schlosses, wo die trübe Fluth wenigstens nicht von oben eingedrungen war, in Tonnen auf Kähnen zugesendet. Gewaltige Eisblockaden machen aber oft auch eine solche Communication unmöglich. Welche Verwüstungen da in den Feldern, Gebäuden und Wirthschaften eintreten, und unter welchen Sorgen und Kraftanstrengungen alles, wo anders möglich, wieder herzustellen und zu überwinden ist, bedarf kaum gesagt zu werden. 1784, 1799, 1820 (wo in Großzschepa bei hoher Wasserfluth 5 Güter zugleich durch Feuer untergingen) und 1828 so wie die Sommerwasser 1815 und 1824, wo den Einwohnern hier die Erndte verdarb, waren Jahre der allergrößten Noth für diese Gegend. Nur die Gewöhnung und die Liebe zum väterlichen Boden, so wie die Erfahrung: Gott ist unsere Hülfe in der Noth und segnet wieder, macht die Bewohner zu überwinden stark, und die Beweise und Denkmale der helfenden Güte werden dankbar aufbewahrt.“ (Christ. Gotth. Hoyme, Pfarrer in Lorenzkirch 1824-1853)

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Teile der alten Umfassungsmauer

alte Pumpe

Und die Elbe ist auch weiterhin eine Gefahr für alle Anwohner, wie die Cottewitzer im August 2002 mit aller Urgewalt und allem Schrecken wieder erleben mussten. Von 12 erfassten und geschädigten Grundstücken wurden 8 so geschädigt, dass sie nur noch eingeschränkt bewohnbar waren, 4 Grundstücke mussten erst einmal als unbewohnbar klassifiziert werden. Geht man heute durch Cottewitz,  so sind die Häuser in mühevoller Arbeit wieder schmuck hergerichtet und erstrahlen in neuem Glanz. Von dem einstigen Rittergut sind außer der früheren Dorfanlage nur noch geringe Reste auffindbar, so Teile eines Treppenaufganges, ein paar alte Sandsteine, einige Stücken Mauern, an die sich ein alter Schuppen lehnt, der einzufallen droht. Eine alte Pumpe aus späterer Zeit ziert malerisch den Vorgarten eines Hauses.

Alles in allem ein liebenswerter kleiner Ort, der jetzt immer wieder einmal von Radfahrern entlang des Elberadweges besucht wird und ansonsten ruhiger Wohnort für die 39 Einwohner ist.

Dorfteich
Richtung Rittergut